Warum ich von der Profilangabe „Dominant/Devot“ nichts halte

Dominant/Devot

Dominant/Devot

Auswahl: Devot, Dominant, Switch

In zahlreichen Sex-Dating Portalen wird man aufgefordert, sich mit der Eigenschaft dominant, devot oder switch zu beschreiben. Aus mehreren Gründen finde ich diese Profilangabe sehr ungenau.

Kein Mensch verhält sich immer dominant oder devot

Wir können als Mensch (oder Tier) unser Überleben nur sichern, indem wir uns ganz gezielt einer Person unterstellen: Der Mutter, dem Vater, der Lehrerin, dem Vorgesetzten, der stärkeren Person.
Mit purer Dominanz oder Unterwürfigkeit erreicht man nichts. Die Fähigkeit sich in andere hineinzuversetzen und sozial auf Augenhöhe zu kommunizieren ist elementar. Der Begriff „Naturdominant“ suggeriert, eine Person könne immer seine Mitmenschen dominieren.

Es handelt sich lediglich um eine Selbsteinschätzung

Was würden den der Ex Partner oder Freunde in dieses Profil-Feld eintragen. Dass du dich selbst als „dominant“ bezeichnest, sagt eigentlich nichts über dich aus. Denn die Bewertung obliegt der unterwürfigen Person.
Wann immer sich ein Mensch als dominant klassifiziert, wirkt das auf mich genau gegenteilig. Hat diese Personen Angst, man würde sie falsch einordnen? Hat sie Angst vor dem Aushandeln ihrer Rolle in der Beziehung. Wirklich dominante Personen empfinden sich meist selbst nicht als dominant.

Im Alltag, beim Sex oder bei einer Session?

Worauf bezieht sich diese Klassifizierung? Auf den Alltag, den Sex oder die BDSM Session?
Ich persönlich stehe auf dominante Frauen, doch beim eigentlichen Akt/Sex sind auch diese devot. Für mich gehört die Angabe, wann man auf das entsprechende Verhalten steht, in die Profilangabe.

Dominant = Aktiv, Devot = Passiv?

Immer wieder wird aktiv mit dominant gleichgesetzt. Eine devote Person kann aktiver als die Dominante sein. Ich kann als Sub einen Abend gestalten, der ihr/ihm dient. Ich kann aktiv einen Kaffee anbieten, die Füße massieren, kochen oder die Wäsche waschen. Das ist aktiv und devot.

Wie stark ist die Dominanz, Devotion?

Man kann Machtstrukturen ganz sanft und gediegen ausleben.

Sanfte Dominanz:
Die Maid, die auf ohne Befehl die Küche reinigt und dabei frei ihrer devoten Neigung: „Darf ich Ihnen noch einen Kaffee anbieten?“ nachgehen kann. Ist eine Stewardess oder Assistentin, die lediglich ihren Job macht, bereits als devot zu beschreiben? Ich glaube, ja.

Hart:
Auf der anderen Seite gibt es die Dominanz in einer Session, wobei der/die Dom nicht nur körperlich seine Macht ausübt: „Ich kontrolliere jede Faser deines Körpers, deinen Atem, deine Position, deinen Schmerz, deine Lust, deine Gefühle“ sondern auch geistig – durch einen Mindfuck – dominiert.

Switch

Ich selbst bin Switcher, im Audio erzähle ich etwas mehr darüber.
Dominanz ist auch nur eine Form der Hingabe, nur andersherum. In beiden Fällen geht es um die Beziehung des Paares. Der/Die Dom kümmert sich um den Sub, der Sub kümmert sich um den/die Dom. Beide lassen sich fallen, genießen die Harmonie und das Gefühl dem Partner sehr nahe zu sein.


Anmerkungen, Links

Man sieht immer wieder Personen, die sich hinter ihrer Neigung verstecken. Ich bin doch devot, was willst du mehr? Rein aufgrund dieser Eigenschaft wird kein Paar zueinander finden – weder im Bett oder im Alltag. Körperliche und geistige Anziehung ist von anderen Faktoren abhängig.

Verstecken Defizite hinter Neigung

Wikipedia

"Unter Dominanz versteht man in der Biologie und in der Anthropologie, dass ein Individuum oder eine Gruppe von Individuen gegenüber einem anderen Individuum bzw. einer Gruppe einen höheren sozialen Status hat, worauf letzteres unterwürfig reagiert. Das Gegenteil von Dominanz ist Unterwürfigkeit bzw. Subordination / Submissivität."

Ich persönlich habe Dominanz nie mit dem Sozialen Status in Verbindung gebracht, für mich war es eher ein Verhalten. Wenn Liverpool Bayern dominiert, dann hatte Liverpool die Kontrolle über die Situation. So verstehe ich es im BDSM ebenfalls.


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